Historischer Rosengarten


 Kurzportrait des Gartens:

 

 Privatgarten Stephanie und Christophe Mohr aus Tholey

kann auf Anfrage besichtigt werden

Baujahr: Frühjahr 2005 und Frühjahr 2008

Größe: ca. 10a

Verwendete Wildsamenmischungen oder Einzelsaaten: Bunter Wildblumensaum, Dachgartenmischung, Wildblumenrasen

Lieblingspflanzen: historische Rosen

Besondere Naturmaterialien: Douglasien bzw. Lärchenholz, Rohrschacher Sandstein

 

Besondere Merkmale / Strukturelemente

 ca. 50m² Trockenmauern aus Rohrschacher Sandstein mit Weinbergstreppe

Wildobst; 2 Kornelkirschen und 1 Felsenbirne als Hochstamm (Hausbäume)

ca. 40 m lange Wildsträucherhecke als Grenzbepflanzung

unterschiedliche Terrassen aus Sandstein bzw. Douglasienholz

gekieste Hof- und Wegedecken mit wassergebundener Wegedecke

Vorgarten mit historischen Rosen (Bioland Ruf) in Verbindung mit Bauerngartenstauden aus Bioanbau

Sichtschutz über Natursteinmauer aus einer Hecke aus historischen Rosen (Gallica-, Damaszener- und Moosrosen)

Patientenparkplätze mit Duft- und Kräuterstauden zur Sinnesschulung 

eingefasst

Erhat alter Obstbäume als Kletterhilfe für Ramblerosen und Biotop für unsere einheimischen Singvögel (fast alle sind dort anzutreffen)

weiteres Projekt: 2009? Nutzgarten im Stil alter Bauerngärten mit viktorianischem Gewächshaus als Gestaltungselement

 

 

Im Herbst 2003 wurde unser Haus gestellt (von Bauen kann bei einem Baufritz-Haus eher nicht die Rede sein), aber bereits ein Jahr im Voraus zeichnete es sich für uns ab, dass wir keinen „normalen“ Garten haben wollen.

 

Der Funke für einen Naturgarten wurde damals bei der Bemusterung für unser Haus auf der Loreley im Baufritz-Musterhaus gelegt.

 

Schon dort faszinierten uns die Natursteinmauern, die geschotterten Wege und Plätze und nicht zuletzt das Nichtvorhandsein betonierter Randsteine. Dieses Ineinanderübergehen von Lebens- und Nutzbereichen, aber mehr noch der wunderschön rosa blühende Thymian in allen nur erdenklichen großen und kleinen Mauerspalten hatte es uns angetan.

 

 

 

So sollte es auch bei uns einmal aussehen! 

 

Nachdem wir im Dezember 2003 einzogen und uns unser Bauleiter im darauffolgenden Jahr „Das Naturgartenbaubuch“ schenkte, war das Naturgartenfeuer nun endgültig entfacht. Ein weiteres Jahr ging ins Land bis wir uns mit Fritz Hilgenstock trafen und er uns unsere Träume und seine Ideen aufs Papier brachte. Im zeitigen Frühjahr besuchten wir mit ihm die „Giardina“ in Zürich und dort fanden wir dann unseren Stein.

 

Da es im Saarland keinen wirklich grauen Stein gibt, war und ist der Rohrschacher Sandstein immer noch unsere erste Wahl; zugegeben, nach Naturgarten-Richtlinien nicht wirklich ökologisch korrekt, aber die Vorstellungen unseres Gartens waren immer in grau, zumindest was den Stein anging.

 

 

 

Und wer sich die Photos des Gartens betrachtet und meine fast innige Liebe zu rosafarbenen, historischen Rosen kennt, der weiß warum…

 

 

Fritz Hilgenstock legte im gleichen Frühjahr los (2005) und aus unseren kühnsten Träumen und Ideen entstand dann im Laufe der letzten 3 Jahre ein Garten, der uns jedes Frühjahr (wenn so über 1000 botanische Tulpen, Narzissen, Hyazinthen, Blausternchen… blühen, die unser ältester Sohn mit mir zusammen in mühevoller Arbeit gesteckt hat), ach was, eigentlich zu jeder Jahreszeit, immer wieder aufs neue ins Staunen versetzt und begeistert, da die Natur dort Jahr für Jahr immer wieder neue Gartenbilder entstehen lässt. Allem voran die Übergangsbereiche zwischen Kiesflächen und Wildsträucherhecke, der sogenannte bunte Saum. 

 

 

Nach drei Jahren Warte- und Sparzeit (denn die eine oder andere Idee des Gartens verändert sich, verwirft man, wenn man dann längere Zeit auf seinem Land lebt. 

Lauf- und Lebensgewohnheiten stellen sich ein oder um, denn alles lebt in einem ständigen Fluss, Fritz Hilgenstock arbeitet mittlerweile nicht mehr in Deutschland), machten wir uns auf die Suche nach einem „neuen“ Gärtner, der ebenso gut Mauern bauen kann und was fast noch wichtiger war, der unsere Idee verstand und aufgreifen  konnte. Mit Kerstin Lüchows Hilfe fanden wir dann schnell Kontakt zu Robert Thöle, der dann im Frühsommer dieses Jahres sein wunderschönes Werk hier vollbrachte. 

 

 

Ihm und seinen Mitarbeiter/Innen auch an dieser Stelle noch einmal ein „Danke“ von ganzem Herzen.

 

 

Aber warum der Naturgarten?

Ist nicht ein jeder Garten irgendwie Natur?

 

Diese Frage kann ich persönlich mit einem klaren „Nein“ beantworten. Garten ist für uns dann Naturgarten, wenn er durch seine Art und Weise der Natur etwas zurückgibt.

 

 

Ein Hausbau ist in seiner ureigensten Sache immer ein massiver Eingriff in die Natur.

Mit unserem Garten wollten wir der Natur etwas zurückgeben. Ein Dankeschön dafür, dass wir dieses Fleckchen Erde gefunden haben und bebauen durften. Deshalb wird auch ein Teil des Grundstücks von uns weitgehend unangetastet bleiben mit Todholzhaufen, Brombeergestrüpp und alten, nicht mehr wirklich schönen Pflaumenbäumen, die jedes Jahr im Frühsommer als Kletterhilfe für „Bobby James“ und Pauls Himalayan Musk“ zu neuen Ehren kommen und deren Kronen mit abertausenden, wohlriechenden Rosenblüten in den Himmel emporzusteigen scheinen. Ihr Duft begleitet uns zu dem viele Wochen im ganzen Haus. 

 

 

Naturgärten sind für uns Gärten, die nicht mit Exotik oder grellen Farben aufwarten, sondern Orte, die man oft erst auf den zweiten Blick liebt, weil man sich ob der Zartheit seiner Blüten und Farben aus seiner starren Haltung  nach unten kniet und schaut, weil man die Düfte seiner Kindheit wiederfindet oder einfach weil es glücklich macht erleben zu können, wie Mensch, Tier und Pflanze dort eine Einheit bilden.

 

 

Unser Garten zeigt uns jeden Tag aufs Neue, wie zerbrechlich schön und doch unbändig stark diese Lebensgemeinschaft sein kann; wie wichtig es ist unseren beiden Söhnen dieses Zusammenspiel, diese Harmonie vor Augen zu führen, zu „be“-greifen, zu achten und somit letztendlich auch zu schützen. Tiere, Pflanzen und Menschen in dieser Einheit eines  Gartens zu erleben, immer wieder Neues zu entdecken - mit allen Sinnen, die wir haben- ist das größte Geschenk das die Natur für uns bereithält. 

 

 

Es ist die Kunst des Menschen, ihr dieses Geschenk mit einem Naturgarten zu entlocken… 

Es ist noch lange nicht vollendet dieses Werk, denn alles bewegt sich in einem Fluss. 

Stephanie Mandel-Mohr